Freitag, April 27, 2007

beknackte klohaus-lizenzen II

die lizenz aus kappeln haben wir schon seit etlichen jahren an bord gebunkert. da kommen wir immer wieder vorbei. so zwei bis fünfmal im jahr. das lohnt sich nicht, sie jedes mal wieder zurück zu geben. der erste gang ist ja sowieso meistens zu den sanitären anlagen. die lizenz ist ziemlich klein, weiß, aus sehr stabiler pappe und sie hat ein kleines loch, so dass man sie am schlüsselanhänger tragen oder an einen haken hängen kann. pfand: zehn euro, wenn mich nicht alles täuscht. bisher haben wir sie erst einmal verbusselt - in der tür stecken gelassen. die schuldige wurde dann auch arg beschimpft. zu der papplizenz gibt's in kappeln noch duschmarken, ebenfalls zu erwerben beim hafenmeister. fast genauso umständlich wie zu hause. in kappeln hat man aber klotechnisch nicht ganz so verloren, denn es gibt wenigstens eine öffentlich toilette.

Mittwoch, April 18, 2007

beknackte klohaus-lizenzen I

ganz doof für gastlieger ist ja zum beispiel auch die klohaus-lizenz in unserem heimathafen. das ist so ein komisches blaues teil aus plastik, das eine undefinierbare form hat. mit aufdruck des hafens, damit auch jeder weiß, wo das kryptische teil hingehört. womöglich kann's auch noch schwimmen und findet den weg nach hause von ganz alleine. das kriegt man gegen pfand beim hafenmeister und wenn man duschen will, kann man auch gleich noch geld draufladen - und zwar zehn euro mindestens. schiffe, die so viel crew haben, dass diese zehn euro verduschen, passen schon wegen der ausmaße gar nicht in unseren hafen. für uns, die wir hier immer sind und dieses ding immer an bord haben, ist das natürlich okay. wer allerdings frisch ankommt und unseren hafenmeister nicht antrifft, darf entweder in die büsche gehen, so er denn dringend aufs klo muss und, wie es sich im hafen gehört, die bordtoilette nicht nutzen will. oder andere segler nach der lizenz fragen, was einem gewissen kommunikativen miteinander sicherlich zugute kommt: "guten tach. gerade erst eingelaufen. hafenmeister ist nicht da. muss pissen. haben sie eine lizenz?" versteht sicher jeder irgendwie, ist aber blöd, genauso wie die dritte option: man steht einfach so lange mit zusammengekniffenen beinen vor der klohaus-tür bis jemand kommt und einen erlöst. fortsetzung folgt.

mit der lizenz zum duschen

bin schon sehr gespannt, welche topaktuellen duschverschlüsselungsmethoden uns in diesem jahr in der dänischen südsee erwarten. ich fänd's ja spitze, wenn man da mal eine einheitliche lösung finden könnte. so mit handy oder geldkarte oder so. aber vielleicht gibt's das ja schon und ich hab's nur nicht mitgekriegt.
ich mochte übrigens poletter. und ab und an gibt's ja auch noch poletter-kästen. zu diesem zweck haben wir in einem kleinen plastikdöschen alle möglichen poletterausführungen und dazu noch skandinavische kleinstwährungen gesammelt, die sich nun ob der feuchten salzigen seeluft zu einem schmierigen brocken verklumpt haben. mal davon abgesehen, sind die oere-stücke wahrscheinlich längst schon nicht mehr up-to-date. die poletter kriegen wir da sicher noch irgendwie rausgepult, sollte es nötig sein.
oder diese plastik-lochmuster-karten. ordentlich beschriftet hängen sie über unserem kartentisch. dragör, middelfart, juelsminde. man hat ja dafür mal irgendwann pfand bezahlt und sie dann aus unerfindlichen gründen nicht zurückgegeben. man dachte vielleicht, sie werden nochmal gebraucht. jetzt sind sie wahrscheinlich nur noch als schlüsselanhänger zu verwenden. naja. middelfart und juelsminde können wir ja nochmal aufheben. da kommen wir wohl dieses jahr vorbei. aber dragör fliegt raus. auf jeden fall. keine ahnung, warum das ding da noch hängt. die haben jetzt nummerncode, meine ich mich von der letzten saison zu erinnern.
nummerncodes, veröffentlicht im fenster der hafenmeisterbutze, sind sowieso ganz weit vorne. und zum duschen dann fünf-kronen-stücke. einfacher geht's doch fast nicht, oder?

bei dieser gelegentheit fällt mir noch eine kleine geschichte ein: ich, missratene tochter, wie meine mutter mich aus gegebenem anlass schimpfte, hatte sie in kerteminde mit einer telefonkarte zum duschen geschickt. sie stand unter der dusche, naturgemäß wie gott sie erschaffen hatte und hielt sich natürlich erstmal selbst für zu blöd oder zu kurzsichtig, um die dusche in betrieb zu nehmen. bis ihr dann doch der irrtum auffiel und sie sich wieder anziehen musste. zurück zum boot, das auch mal wieder nicht gerade vor den sanitären anlagen lag (wie's der vater früher gern hatte). und in kerteminde sind die stege nicht gerade kurz und auch nicht gerade dicht beieinander. ich wurde dann wie gesagt beschimpft, gab ihr aber trotzdem die richtige karte, mit der war das duschen dann auch ganz einfach. im prinzip. leider fing sie beim zweiten versuch aus unerfindlichen gründen an, aus einer winzigen kopfwunde zu bluten. wie ein abgestochenes schwein, so ihre worte. kein scheiß.